Eine der häufigsten Sportverletzungen ist das Umknicken mit dem Fuß und die damit verbundene Verletzung im Sprunggelenk. Eine verhältnismäßig harmlose Verletzung, die trotzdem mit einigen Schmerzen verbunden ist und einen weit zurückwerfen kann.

Normalerweise hat das Umknicken Schmerzen und Anschwellen des Sprunggelenks zur Folge. Die erste wichtige Frage dabei ist, ob die Bänder im Sprunggelenk lediglich gedehnt, angerissen oder komplett gerissen sind. Das Sprunggelenk wird von 3 Bändern gehalten, die aus vielen Mikrofasern bestehen. Sind diese nur minimal beschädigt, liegt eine Bänderdehnung vor. Sind einige dieser Fasern gerissen, so spricht man von einem Bänderanriss. Ein kompletter Bänderriss liegt erst dann vor, wenn das Band und damit auch alle seine Fasern komplett gerissen sind.

Die Sofortbehandlung sieht jedoch bei allen 3 Fällen ähnlich aus. Kühlen und Hochlagern. Den Sportschuh nach dem Umknicken fest zuzuschnüren, macht keinen Sinn, da die Kompression zwar zur Linderung der Schwellung beitragen kann, ein normaler Sportschuh zu dieser allerdings nicht in der Lage ist. Daher sollte der Schuh ausgezogen und der Fuß vorerst ruhiggestellt werden. Ein Ultraschall kann dann zeigen, welche der 3 Verletzungen vorliegt. Dies sollte auf keinen Fall umgegangen werden, da eine Bänderdehnung unter Umständen sogar schmerzhafter sein kann, als ein Bänderriss und dieser somit oft unterschätzt wird.

Aber wie verhindert man nun überhaupt dieses nervige Umknicken?

Ein entscheidender Unterschied ist dabei, ob dies durch Fremdeinwirkung geschehen ist. Denn davor, nach dem Springen auf einem anderen Fuß oder auf einem Ball zu landen, kann man sich kaum schützen, das ist leider einfach Pech. Dem Umknicken ohne Fremdeinwirkung kann jedoch vorgebeugt werden.

Vom häufigen Umknicken leiern die Bänder immer mehr aus und man knickt noch häufiger um. Daher sollte man zunächst auf jeden Fall warten, bis die aktuelle Sprunggelenksverletzung ausgeheilt ist und die verlorene Muskulatur unbedingt wieder aufbauen. Entscheidend ist dabei vorallem die Schienbeinmuskulatur, die sehr viel zur Stabilisierung des Sprunggelenkes beiträgt. Durch Wadenheben, Seilspringen oder im besten Fall spezielle Trainingsgeräte (Galileo) kann diese wieder aufgebaut werden. Schienen oder Bandagen z.B. von AIRCAST scheinen zwar offensichtlich dem leichten Umknicken vorzubeugen, jedoch ist das der wohl größte Fehler. Durch das Stützen einer Schiene bekommt die Muskulatur keinen Anreiz, sie wird durch die Schiene weniger benötigt und baut sich immer weiter ab. Dadurch wird man immer mehr abhängig von diesen Schienen und es wird immer schwieriger, je wieder ohne sie Sport zu machen. Das dauerhafte Tragen solcher Schienen oder Bandagen sollte daher auf jeden Fall unterlassen werden.